"Neues Kapitel", hab ich gedacht, als ich mich zu dem Vorstellungsgespräch an meiner Wunschschule begeben habe. Ich wollte so sehr, ich habe gezittert, hab es kaum ausgehalten.
Doch die Zusage kam und dass ohne auf einer Warteliste stehen zu müssen. Ich war so verdammt selbstbewusst, ich hab vor Freude geweint, weil ich dieses neue Kapitel anfangen durfte, zu schreiben. Neue Stadt, neue Wohnung, neue Hoffnung.
Doch jetzt ist es, wie es immer schon war, nur dass ich besser vorbereitet bin. Das Dunkle in mir kommt wieder zum Vorschein. Die Selbstzweifel und der Selbsthass fressen mich auf. Ich weiß nicht, wo ich mich zwischen diesen beiden treuen Begleitern eigentlich noch befinde.
Es gibt nichts Schlimmeres, als seinem eigenen Kopf nicht mehr trauen zu können. Jedes Mal falle ich auf diese Sätze in meinem Kopf herein, auch wenn ich weiß, dass ich mich täuschen lasse, kann ich diese Gedanken und Gefühle nicht ziehen lassen.
Ich bin zwar stärker denn je, aber fühlt es sich nicht so an, sobald ich die Fäuste gegen mich erhebe. Ich kann nicht aufhören mich zu hassen.
Als ich letztens mit jemandem das Gespräch über Drogen geführt habe, sagte er zu mir, dass mir ein Laster fehle. Tatsache haben solche Substanzen an Bedeutung verloren. Den letzten Joint habe ich vor fünf Monaten angerührt, als ich mich entschloss, dem Gekiffe zunächst ein Ende zu setzen. Ich will mich nicht vergiften, denn meine Gedanken vergiften mich. Aber vielleicht sind Drogen ein Gegengift? Manchmal?
Immer hab ich mich im Griff gehabt, aber so langsam frage ich mich, wofür. Ist es wirklich ehrenhafter, sich auf wackligen Beinen zu halten ohne Hilfsmittel, statt nachzuhelfen, um einen sicheren Stand zu haben?
Ich fühl mich wund. Von Innen. Ich habe Angst, dass sich andere, und vor allem ich, mich zerreiben.
Ich will mehr denn je ausbrechen. Ich will Natur und einen freien Kopf. Ich möchte einfach nur wegrennen. Doch sollte ich? Suizid ist keine Option mehr, nur weiß ich nicht, ob dieses Leben hier, was ich zu leben versuche, die Alternative darstellt.
Ich bin kein Mensch der großen Worte mehr. Mir fehlen sie.
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